Überleben
Gildenübergreifender Plot

Geschichten und Aufzeichungen zum Plot*
(*die vorerst lose Sammlung)

  • Tag der Flamme“ (Niederschrift des Großmeisters Björn Lendson)
  • „Die Reise“ (Gedanken des Großhexenjägers Jil Flux)
  • Der Augenblickseid“ (Notizbuch des Klerikers Ana Morrigan)
  • „Die Nacht in der Mission“ (Gedanken des Großhexenjägers Nyka Lendson)
  • Das Brandmal der Rache“ (Gedanken des Großhexenjägers Jil Flux)
  • „Ungewöhnliche Entwicklungen“ (Gedanken des Großhexenjägers Nyka Lendson)

Tag der Flamme“ (Niederschrift des Großmeisters Björn Lendson)

*Quartier des Ordens, Arbeitszimmer des Großmeisters, früh am Morgen des 3. Tages des ersten Monats“

So sitze ich hier nun. Die Nacht Beginnt zu vergehen. Nur noch wenige Stunden und der Tag bricht an.
Nur noch Stunden sind es die vielleicht alles ändern könnten…
Ein Duell so wurde gesagt. Ein Kampf der Ehre. Ich wag daran zu zweifeln dass dieses Geschöpf überhaupt weiß was Ehre ist.

Dies wird kein fairer Kampf. Also werden wir tun was wir können um eine niederträchtige Falle zu verhindern.
Ich gebe ihr auf den weg mit was ich entbehren kann. Wäre es mein Leben und mir möglich mit ihr zu tauschen…ich würde es tun. Doch sie ist wie ich… Stur, Stolz und unbeugsam. So wird sie voraus reiten mit dem Segen des Lichts und dem Segen des Ordens. Doch gab ich ihr etwas, das wohl mir das Heiligste und eines der Heiligsten Gegenstände des Ordens ist.
Vater hätte es ebenso getan. Ich nahm die Klinge aus ihrem Schlaf. Und übergab sie ihr… sie nahm das Schwert in die Hand und die Klinge akzeptierte Sie!
,,Hexenfuror“, die Klinge meines Vaters, ein Relikt des Ordens wird sie begleiten und sie schützen. Zumindest solange bis wir aufschließen können.

Es ist vollbracht… das ,,Duell“ beendet. Es war wie ich mir Dachte. Es war eine verdammte Falle! Diesem elenden Ketzerpack ist eben nicht zu trauen. Nyka musste sich den Feinden weitestgehend allein stellen. Die schändliche Magie des Feindes hielt uns auf…wand sogar das Land selbst gegen uns. Doch wir marschierten weiter… allem zum Trotz nur um kurz vor dem ziele aufgehalten zu werden. Das Feuer… wir konnten diese Wand nicht überwinden. Doch gelang es Nyka im inneren zu obsiegen. Und als der letzte Feind gefallen… fiel auch die Blockade. Sie lebt… sie hat gelitten… sie wurde verletzt. Doch sie haben sie nicht getötet. Dies blieb ihnen verwehrt.
Diese Frau des Feuers… sie sollte sich uns noch einmal auf dem langen Weg zurück in den Weg stellen. Sie forderte Nyka! Sie wollte es endlich zu Ende bringen! Doch diesmal waren wir ihr im weg. Das Feuer welches sie uns entgegenwarf mochte unsere Haut verbrennen… unsere Rüstungen versengen… gar zum Schmelzen bringen. Doch unseren Willen konnte sie nicht verbrennen! So traf sie auf den Willen und die Rache des Ordens… Mein Hammer Schmetterte ihr in die Brust! Klingen Durchstießen ihr feuriges Fleisch! Licht verbrannte ihre Seele! Und die geweihten Kugeln der Schützen brachen Fleisch aus dem verdorbenen Leib! Ihr blieb nur eines…..die Flucht! Das Licht… der Orden der Läuterung hat gesiegt! Wir werden nicht ruhen bis jeder einzelne dieser Ketzer gerichtet wurde.


Eisern von Innen! Eisern nach Außen!

„Die Reise“ (Gedanken des Großhexenjägers Jil Flux)

Meine Beine waren schwer, als ich den Hügel empor ging, zum Quartier. Der Gesichtsausdruck war steinernd und dennoch zog die Müdigkeit an meinem Wohl. Die halbe Nacht habe ich wohl wach gelegen, mir Gedanken gemacht, ob diesen wichtigen Tages.
Mir blieb auch nicht viel Zeit, weiter darüber nachzudenken, als meine Söldnerin mir ihren Fundus an Informationen darbot. Ein interessantes Mädchen, welches mir doch ein schmunzeln auf die Lippen brachte. Doch war mein Ohr immer wieder empor gedreht, zum oberen Abteil des Quartiers. Ich lud derweil, wohl auch aus Verzweiflung, das Mädchen ein, mitzukommen. Zu helfen. Jede helfende Hand könnte Nyka retten, allein dieser Gedanke war mir genug.
Ich befahl, sich aufbruchbereit zu machen und wartete draußen einen Moment. Im Sekundentakt sah ich noch Nyka davon reiten. Ohne ein Wort, welches mir eh nicht eingefallen wäre. Sei’s drum. Meine rechte Hand striff über den Gaul, als ich auch schon aufsattelte. Die Reise dauerte und Ungeduld machte sich breit. Ich glaube fast, ich war nie neugieriger und wissbegieriger über die Informationen des Großmeister, als zu diesem Moment.
Als der Befehl kam, vor zu reiten und auszuspähen, zögerte ich nicht lang und nahm das Mädchen direkt mit. Vor der Steppe sattelten wir ab und hinterließen die Pferde noch vor der Dürre, um dort zu verharren.
Sofort sprengte die Luft meine Lungenflügel. Es schmerzte und es wurde immer schwerer, durch den Wind etwas wahr zu nehmen. Nicht einmal Spuren gab es, so sicherten wir zunächst nur den Eingang und warteten auf den anderen Trupp, dessen wir uns wieder anschlossen. Wie aus Geisterhand fielen jedoch einige Pferde um, waren tot. Zunächst tangierte es mich nicht sonderlich, ob der Witterung waren es wohl eher leidige Tiere. Wir schützten uns vor dem Sturm indem wir erstmal hinter einem Vorsprung nach Sicherheit suchten, wobei einige sich den Wappenrock zu nutze machten, den Stoff mit Wasser benetzten und als Mundschutz missbrauchten.
Nachdem wir weiter unseren Weg suchten, mitunter der Fehleinschätzung des Großmeisters hatten wir wohl doch irgendwann den richtigen Weg gefunden, prallte ein Funkenregen auf uns ein, wie Pech benetzte es die Rüstungen, ließ Stoff und Rüstung verkohlen. Die Lichtwirker versuchten noch, uns zu schützen, während ich drängte, die Bannarmschienen endlich zu lösen.
Wohl durch die Verzweiflung heraus entschied sich der Großmeister dafür, dass Schwester Ellyva mir die Bannarmschienen abnehmen durfte. Ein Moment, den ich solange herbei sehnte war endlich gekommen. Mit einem präzisen Schlag ihrer Klinge durchbrach sie die Bannarmschienen und Magie durchströmte meinen Körper. Macht. Endlich spürte ich diese wieder. Das letzte bisschen, was mir noch blieb, auch wenn ich es nicht kontrollieren konnte. – Noch heute nicht, um ehrlich zu sein.
Meine Wut kannte keine Grenzen, während die Magie chaotisch durch die Umgebung schoß und den Funkenregen beiseite pfefferte, um die Richtung zu ändern. Stille. Urplötzlich löste sich das Wetter und nicht einmal ein Stürmchen kam uns entgegen. Es konnte weiter gehen. Zielgerecht kamen wir der Kampfebene immer näher. Nur noch ein See aus Lava trennte uns, sowie der Übergang zu diesem. Das Ziel war zum greifen nahe. Ich witterte die Chance, Nyka zu helfen, sie lebend dort heraus zu bekommen. Nyka war mein einziger Hoffnungsschimmer, die einzige Person, der ich vertraute. Die einzige Person, die immer in mir das sah, was ich nun heute bin.
Noch bevor wir den Übergang passieren konnten, durchbrach die Lava empor und blockierte uns den Übergang. Oh, ich war wütend. Nie war ich wütender, außer vielleicht bei dem Tot von Boss, in Westfall. Kalte Magie durchbrach meinen Körper und prallte gegen die Lava, während die Lichtwirker mich unterstützen wollten, durch ihr Licht. Vergebens.
Eine reine Kurzschlussreaktion ließ mich rennen. Fern der Gruppe lief ich dem Mädchen nach, auf eine höhere Position. Hierbei unterstütze mich der neue Aspirant, der Bruder von Radovan. Wir überquerten die Berge, zur Gegenüber liegenden Seite, um an unser Ziel zu kommen, die Gegner auszuschalten und denen die Kugeln durch das Hirn zu jagen. Indess schien der Kampf jedoch vorbei.
Ich sah durch meine Waffe, wie Nyka zu Boden sackte und meine Umgebung um mich herum verschwamm. „Nein“ flüsterte ich, verzweifelt und schrie meine Kompanen an, wieder zurück zu rennen. Die Plattform war wieder frei gegeben und man konnte zu Nyka rennen, was ich auch tat. Noch auf der Plattform sackte ich zusammen und kroch die letzten paar Meter, verzweifelt in Richtung Nyka. Alles was ich wollte war, dass sie wieder aufstand. Zum ersten Mal in meinem Leben flehte ich das Licht an und verborg mein Gesicht, indem ich die Stirn an den Boden dockte.

Der Augenblickseid“ (Notizbuch des Klerikers Ana Morrigan)

Ein neuer Eintrag schmückt das Notizbuch, diesesmal mit dem Titel „Einblick in den Augenblick“. Feines Pergament mit verschnörkelter Schrift, wie man es von Anastari kennt.

Einblick in den Augenblick…

Gestern wurde mir eine Ehre zuteil, ich hoffe jedenfalls das man es so bezeichnen kann, dass ich den Augenblickseid von Großhexenjäger Lendson niederschreiben durfte.
Tag für Tag fasziniert mich ihre Überzeugung an das Licht, eine wahrhaftig reine Seele – Sie ist nicht umsonst in so einer hohen Position.
Ihr Eid legte sie stolz und ehrgeizig ab, wie man es nun mal von ihr kennt.
Am Ende übergab der Großmeister Ihr eine Banderole mit roten Wachssiegeln, es stand ihrer Rüstung sehr gut.
Ein interessantes Erlebnis… Vielleicht knie ich irgendwann eines Tages dort.

Gez. Anastari Morrigan 04 Tag des ersten Monats des neuen Jahres.

„Die Nacht in der Mission“ (Gedanken des Großhexenjägers Nyka Lendson)

Mein Zeitgefühl ist dahin, es muss mitten in der Nacht sein. Ich liege in unserem Bett, zu Hause in der Mission. Langsam drehe ich den Kopf zu meiner linken, erblicke die  leere Bettseite und strecke den Arm dorthin aus. Ein jäher Schmerz im anderen Arm lässt mich innehalten, der Verband sitzt straff, doch fühlt es sich an, als wäre dort nichts außer dem Stechen und Pochen. „Schmerzen reinigen den Körper… sie sind eine Illusion des Geistes“ schießen mir seine Worte durch den Kopf und ich muss lächeln. Dann wieder dieser Lärm.

Das unermüdliche Hämmern aus der Schmiede weckte mich bereits,  gönnt mir nicht mehr zu schlafen, mein Herz schlägt nahezu im Takt mit den Schlägen des Metalls, ich starre an die Stecke und bete zum Licht, bete den morgigen Tag erleben zu dürfen, meine Kinder in den Arm nehmen zu können. Ich fühle mich müde, mein Körper ausgelaugt von nicht nur einem Kampf. So fühlt es sich an, Verderbnis und Läuterung, so viele Gedanken die mir durch den Kopf gehen, meine Lider fallen zu und ich höre Nayeli und Aurelius, wie sie ständig ihren Vater rufen um ihn zu ärgern, ihr Lachen, die Hände die nach ihm und mir greifen und die Augen die gerade erst die Welt entdecken sehen mich aus dem Dunkel an. Die Müdigkeit übermannt mich und mein Körper wünscht sich die Umarmung des Schlafes, das Vergehen der Schmerzen, einfach gehen lassen, kein Kampf mehr. Doch Aufgeben war nie eine Möglichkeit die ich erwägen würde. „Keine Zweifel, ich bin Eisern von Innen“ sage ich zu mir selbst und stelle fest, dass ich mit mir selbst rede.

Dann höre ich das leise Murmeln der Stimmen meiner Brüder vor unserem Gemach, Besorgnis schwingt darin mit, gänzlich verstehe ich sie nicht, will es wohl auch nicht wirklich. Doch der ein oder andere Wortfetzen dringt zu mir durch. Sie sprechen über die Reise der Schwestern und Brüder, Dinge die Ihnen auffielen – jene die dort Wache halten waren nicht mit uns unterwegs. Sie kennen nur die Erzählungen der anderen, sie wissen nicht warum sie das Gemach mit Ihrem Leben schützen obwohl der Großmeister in der Schmiede ist. „Selten das er …“ „Was ist mit…“ Fragen über Fragen scheinen sie zu beschäftigen.  Stöhnend suche ich eine bequemere Position zu liegen mit dem sich taubanfühlendem Arm, und mein Blick fällt auf die beiden Klingen die neben dem Bett auf dem Waffenständer ruhen. Hexenfuror glimmt sachte, als hätte jemand dafür gesorgt, dass sie Trost spenden könne, das Auge in Unbeugsamkeit wachend, ich habe das Gefühl man beobachtet mich, oder etwas. Ich fasse einen Entschluss, einen den ich für richtig halte, sobald mein Körper mir wieder gehorcht, werde ich die Krypta aufsuchen um zu beten und zu meditieren.

Leise formen meine Lippen ein paar Worte „Ich danke dir Licht, ich wurde gebadet in deiner Güte, ich erfuhr deine Barmherzigkeit. Großmeister alter Tage ich danke euch für Eure Führung, euer Wohlwollen und den Rückhalt, indem ich eure Klinge tragen durfte. Ich werde euch, euer Erbe und euren Sohn niemals enttäuschen. Ich werde kämpfen, die Ketzer und Frevler erlösen. Ich werde unseren Namen mit Stolz tragen, auf das man ihn fürchtet, denn wir sind die Rache. Eisern von Innen – Eisern nach Außen“ und der Schlaf der Gerechten fing mich endlich in seinen Armen auf.

„Das Brandmal der Rache“ (Großhexenjägers Jil Flux, 9 Tag des ersten Monats)

Ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, Nyka bewiesen zu haben, dass sie mir wichtig ist. Sie hat sich bei mir bedankt. Wohlmöglich eine merkwürdige Freundschaft zwischen einer Traditionellen und einer Modernen. Dennoch hat sie mich um einen Gefallen gebeten, den ich annahm, trotz meines nicht vorhandenen Wissens und der Tatsache, dass es einige gibt, die es wohl nicht begünstigen würden.
Ich folgte ihr in der Mission, bis hin zur Schmiede. Neugierig bin ich gewesen, was ich wohl hier zu suchen hatte. Das ist ganz und gar nicht der Ort, wo man mich finden kann, geschweige denn das ich mit der Schmiede umgehen kann. Nyka gab mir einen Verband, einen Tiegel und einen Stab, an dem versteckt, durch ein Säckchen das Ende lauert. Dieses entpuppte sich durch ein Zeichen. Ein Totenkopf geformt, dessen zwei Rabenflügel umrandet. Ihr Zeichen, Nyka’s Erkennungsmerkmal. Ihre Worte sind manifestiert durch Bestimmtheit und Euphorie, die mich sofort überzeugten, ihr zu helfen.
„Als Brandmal soll dieses Zeichen auf der Wunde verweilen. Es soll einen jedem Feind die Rache verdeutlichen, die einem ereilt, wenn er sich mit mir anlegt.“
So habe ich den Stab an mich genommen, um das eiserne Zeichen in der Esse zu drehen, zum glühen zu bringen, während sich Nyka bereit stellte und mir entgegen sieht. Ich habe diese Blicke gespürt, doch zeugen sie nicht von Hass. Es lastet Vertrauen auf mir, welch ungewohntes Gefühl. Um mich abzulenken, summte ich vor mich hin. Langsam entspannte ich mich, durch den Blick in der Esse und durch dieses Vertrauen, was in der Luft lag.
Nach einer Weile jedoch kann ich kaum noch hinein schauen, dem Brandeisen entgegen, so sehr glühte es. Ich habe es aus der Esse genommen und mich Nyka genähert. Der Blick blieb aufrecht und ein letztes Mal die Worte des Grußes gewidmet, während im Hintergrund die Wunde unter dem Eisen zischt. Es war vollbracht, die Wunde ausgebrannt, doch kam ich nicht ohnehin, diese mit etwas Asche zu benetzen. Erst danach wurde auch wieder das Brandeisen beiseite gelegt, der Wunde etwas Ruhe gegönnt. Ich nahm den Tiegel an mich und öffnete es, um das Brandmal schlussendlich mit einem Hauch dieser Salbe zu benetzen. Aufmerksam gleiten meine Finger zaghaft über die geschwollenen, schwarzen Ränder des Totenkopfes und dessen Flügeln.
Um es abzuschließen, wurde diese Wunde ebenfalls wieder verbunden. Warum weiß ich nicht, vielleicht um ein Geheimnis daraus zu machen? Ich bin darin nicht bewandert. Doch was Nyka von mir verlangt, das tue ich. – Wir waren uns einig. Wir werden diese Hexer besiegen. Auch wenn ich nicht ein solches Brandmal trug, es einigte uns. Auch wenn kein Licht durch meinen Körper fließt, werden wir eins sein. Mit Schwert und Schusswaffe. – Die Rache trägt unser Namen. Der Namen des Ordens. Feinde werden unsere Namen schreien, um Gnade winseln und wir werden sie erlösen, mit einer Genugtuung und einem lächeln auf den Lippen.
Wir sind der Orden der Läuterung! Eisern von Innen und Eisern nach Außen!

„ungewöhnliche Entwicklungen“ (Gedanken des Großhexenjägers Nyka Lendson)

 

 

 

Ich weiß nicht ob es nun drei oder vier Tage waren oder sogar länger. Man bemühte sich es mir so angenehm wie nur irgend möglich zu gestalten, Brüder und Schwestern die an meinem Bett weilten, beteten. Man erlaubte mir nicht das Zimmer zu verlassen – in gewissem Maße hielt ich es sogar für angebracht, man musste mich so nicht sehen. Zumindest blieb mir die Zeit in der ich wach lag zu lesen, meinen Geist beschäftigt zu halten. Das Hämmern in der Schmiede verstummte und alsbald hörte ich seine Stimme, zu Müde die Augen zu öffnen griff ich einfach seine Hand, irgendwann schien er eingeschlafen zu sein, doch meine innere Unruhe – dieses Bedürfnis aufstehen zu müssen wurde stärker.
Ich wusste dass es am ersten Tag zu früh war, die stechenden Blicke von Flux ruhten auf mir wie das Gewicht eines massiven Felsens und ja ich musste dem kräftezerrenden Kampf am Ende Respekt zollen, die Ruhe selbst tat mir gut, auch das man jeden wegschickte der nicht um meinen Zustand bemüht war. Dennoch bin ich noch nie jemand gewesen der tatenlos bleiben kann, es gibt so vieles zu tun. Meine Kinder warten auf mich, mein Mann verlässt sich auf mich und wenn eines an Wichtigkeit zunahm so ist es zu trotzen, sich all den Wagnissen und Gefahren entgegenzustellen – gemeinsam.
Ich sprach zum Licht, erbat die Kraft die nötig wäre, erhob mich wider den Anweisungen des Paters und streifte mir die Robe über, strich sie glatt und versucht lautlos aus dem Zimmer zu gelangen. Kurz blickte ich zurück, doch mein Vorhaben konnte nicht warten. Ich gab noch den Befehl sobald er wach sein würde unsere Pferde für die Abreise vorzubereiten und eilte so gut es mir möglich war durch die Mission. Wie erwartet traf ich auf Flux, ich hatte während des Kampfes ihre Bemühungen spüren können mir helfen zu wollen, etwas das man durchaus als nicht alltäglich beschreiben könnte. Ich wollte ihr danken und sie um einen Gefallen bitten. Sie ist für mich nicht nur eine Schwester im Orden, vielmehr würde ich sagen es entwickelt sich eine starke Vertrauensbasis, eine Freundschaft. Ich dankte ihr wenngleich es auch unter den großen Augen einiger der Brüdern und Schwestern geschah die überrascht an uns vorübergingen und bat sie ebenso direkt mir diesen einen Gefallen zu erweisen.
Die Wunde als Erinnerung sollte das Zeichen meines Schwurs werden, das Sinnbild für meinen eisernen Willen dem allem ein Ende zu setzen. Das Mal des Netherspacks würde unter dem Abbild meines Zeichens vergehen. Und jetzt war genau der richtige Zeitpunkt dafür. So bat ich Flux um diesen Gefallen ohne es ihr vorab zusagen, was genau mein Anliegen wäre, ihr Blick zeigte mir deutlich mehr als sie annahm, doch es musste sein und ich hoffte dass dies mehr als nur die Ausführung sein würde.

 

Sie erklärte sich bereit und wir gingen in die Schmiede, ich öffnete den kleinen Schrank und reichte ihr was nötig war. Das Brandeisen hatte ich schon vor einer Weile gefertigt – an sich war es für anderes vorgesehen, doch nun hatte es eine neue Bestimmung.
Während sie in die Esse starrte und wartete das das Eisen heiß wurde, betete ich, die Worte manifestieren sich aus meinen Gedanken, gedanklich war ich bereit den Schmerz zu spüren, zog die Robe aus und platzierte den Arm auf dem Amboss, ich sah zu ihr, eine neue Art von Vertrauen lag in der Luft, ebenso etwas das uns wohl auf immer einen würde. Als das Eisen hell glühte, nickte ich ihr zu, gefestigt im Gebet, erfüllt vom Licht und dem Gedanken meine Familie um jeden Preis zu schützen, Rache zu üben und diesen verderbten Seelen Erlösung zu schenken sah ich Jil abwartend an. Sie presste das gleißend leuchtend heiße Eisen auf meinen Arm, es zischte und stank erbärmlich für einen Moment, doch der Schmerz der meinen Körper erfasste war ein anderer. Etwas das ich nicht in Worte zu fassen vermag. „Dieser Schmerz wird die Wunde endgültig reinigen, dafür Sorgen dass sie ein bleibendes Mahnmal ist. Dieses Zeichen soll dafür stehen, dass jeder der glaubt mich aus dem Weg räumen zu können es … dieses Zeichen als seine letzten Gedanken vor seinen Augen sieht. Es wird ewiges Symbol für meine Rache sein, für meinen Zorn – für unseren Schwur. Fürchtet meinen Namen denn er ist die Rache. Eisern nach Außen“
Flux versorgte die Wunde kurz, ein Hauch von Asche und etwas von der Salbe trug sie auf, verband den Arm wieder. Mehr oder minder wortlos tauschten wir noch einen Blick, ein Moment der mir bewusst werden ließ, dass es um mehr gehen würde. Dass die zukünftigen Zeiten einen vereinten starken Orden brauchen werden. Ich kleidete mich wieder und wartete noch – sie musste zurück in die Stadt, die Aufgaben warteten auf sie und auch ich sollte mich vorbereiten. Mein Besuch in der Krypta stand noch an und die Rückreise mit dem Großmeister. Ich lächelte als ich Jil aus dem Tor reiten sah, blickte auf meinen Arm und packte meine Sachen in unserem Zimmer. Die beiden Schwerter vereint ruhten auf dem Waffenständer neben dem Bett – noch immer glimmt Hexenfuror sachte, Unbeugsamkeit reflektierte das Licht letztlich. War es Fügung, dass mich die Waffe akzeptiert hatte? Der Wille des Lichts? Noch hatte der Großmeister nicht beschieden ob ich Hexenfuror weiter führen würde.
Ich nahm die Klinge in die linke Hand und betrachtete sie einen Moment und lächelte dann. Draußen hörte ich die Stimmen aufgeregt, die Besprechungen und Planungen waren wohl noch im Gange. Er würde noch die Nacht wieder im Büro sein, und ich die Zeit finden zu meditieren.
Morgen wird der Tag sein dem alten Großmeister die gebührende Ehre zu erweisen, ihm und dem Licht zu danken.